Motivation

In der letzten Zeit habe ich einige Gespräche mit Gründauer Bürgern geführt. In diesen Gesprächen bin ich oft gefragt worden, warum ich kandidieren möchte. Aber am häufigsten war die Frage: „Willst Du dir das wirklich antun?“

Meine Erklärung, bzw. die Beantwortung dieser Frage, hat zumindest für Verständnis bei meinen Gesprächspartnern gesorgt.

Da ich nicht mit Ihnen allen persönlich sprechen kann, möchte ich versuchen meine Beweggründe zu erklären.

Wie Sie es sich vielleicht denken können, hat die Kandidatur um das Bürgermeisteramt ihren Ursprung in der Fliegenplage. Viele von Ihnen haben kein Verständnis dafür, dass man so viel Aufhebens wegen ein paar Fliegen macht. Das ist nachvollziehbar. Aber wer das Ausmaß der Plage nicht selbst erlebt hat, kann es nur schwer oder gar nicht verstehen. Bitte seien Sie versichert, für uns Betroffene ist es kein Spaß, sondern eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität.

Das allein hat mich noch lange nicht zu einer Kandidatur bewogen. Erst als ich mich selbst, nach Jahren, wegen der Fliegen bei der Gemeindeverwaltung beschwert hatte, musste ich feststellen das sich dort niemand mit diesem Thema auskannte. Obwohl in all den Jahren zuvor etliche Bürger zu diesem Thema Anfragen und Beschwerden an die Gemeindeverwaltung gestellt hatten.

Aus diesem Grund habe ich die Petition gestartet, ohne zu ahnen wohin das führen sollte.

Es folgten Ausflüchte und Halb- bzw. Unwahrheiten. Und Untätigkeit!

Erst als sich die Presse dafür interessierte kam Bewegung in die Sache. Am Ende habe ich vorab das Ergebnis des Gutachtens mitgeteilt bekommen. Und erneut haben sich alle Verantwortlichen nicht zum Problem bekannt und wir Bürger sind selbst die Verursacher des Problems.

Sie sind nicht von der Fliegenplage betroffen, aber Sie könnten jederzeit bei anderen, Sie betreffenden Problemen in die gleiche Situation geraten.

Zum Beispiel bei Emissionen und Verkehr:

Der MKK hat die Planung zu Neuerrichtung einer Müllverbrennungsanlage abgeschlossen. Diese Anlage soll in den nächsten Jahren die wegfallenden Kapazitäten der Abfalldeponie in Gelnhausen Hailer übernehmen. Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des MKK hat sich nach gründlicher Überprüfung für den Standort Rothenbergen entschieden. Hier sollen die im entstehenden Gewerbegebiet zwischen Rothenbergen und Lieblos neuen Firmen mit Strom und Fernwärme aus der Verbrennungsanlage versorgt werden. Daß die Entscheidung zugunsten des Standorts Gründau gefallen ist, liegt auch an der zur kontinuierlichen Versorgung der Anlage nötigen Vorratsfläche. Dieses Areal, südlich der „Tagkaute von Lieblos“ bei Niedergründau, hat die Gemeinde zur Verfügung gestellt. So sind kurze Wege für einen reibungslosen Betrieb gewährleistet.

Oder beim Thema Kirche:

Durch das Bauvorhaben der ev. meth. Kirche in Rothenbergen entsteht ein zusätzlicher Kindergarten, der zusammen mit dem geplanten Waldkindergarten zu einer Überkapazität an Kindergartenplätzen in Gründau führt. Daher hat der Gemeindevorstand einer Umnutzung des Neubaus des Kindergartens in Mittel-Gründau zugestimmt. An Stelle des Kindergartens soll der schon lange von der International Church of Scientologie beantragte Neubau der Zentral-Kirche für Deutschland als neues religiöses Zentrum im Kinzigtal errichtet werden. Sie soll Platz für ca. 1200 Anhänger bieten. Zum Gedenken des Kirchengründers L. Ron Hubbard, soll der Bau an seinem Geburtstag am 18. März 2022 feierlich eröffnet werden.

Oder wie wäre es mit einem AnkER-Zentrum für Flüchtlinge in Mittel-Gründau, oder einem Wind- und Solarpark im Tal der Gründau zwischen Hain-Gründau und Breitenborn?

Natürlich ist das hier geschriebene fiktiv und entspricht somit nicht der Realität (jedenfalls hoffe ich das!).

Aber was, wenn irgendetwas anderes passiert, das Sie direkt betrifft?

Die Geruchsbelästigung in Mittel-Gründau, Rothenbergen/Niedergründau und Lieblos ist real. Damit haben Sie als Breitenbörner aber kein Problem!

Der Bau von hohen Windkraftanlagen am Hammelsberg bei Breitenborn! Egal, stört in Lieblos nicht!

Bei allen möglichen Themen sind wir zu Solidarität aufgerufen! „Wir schaffen das!“

Gerade in der Gemeinde sollten wir untereinander solidarisch sein, damit wir dies auch im Fall der Fälle von den anderen erwarten können.

Deshalb tuen Sie es nicht einfach ab, wenn sich Mitbürger zu Recht über Missstände beklagen! Machen Sie sich selbst ein Bild von der Situation.

Das gilt für die Geruchsbelästigung, die Windkraft mit Ihren Folgen nicht nur für Breitenborn, sondern für ganz Gründau und manches Bauvorhaben.

Und es gilt auch bei der Fliegenplage!

Ich wünsche mir eine Politik für und mit den Bürgern. In den letzten Jahren in unserem Land oft versprochen und sehr selten gehalten. Das kann ich nicht ändern. Wir alle haben doch längst erkannt das Meckern und Beschweren alleine nicht hilft, man muss auch handeln!

Doch wer könnte sich, nach den anstehenden Wahlen, als Bürgermeister für unsere Interessen einsetzen? Welchem Kandidaten soll ich meine Stimme geben?

Bürgermeister Helfrich sicherlich nicht! Spätestens seit der Informationsveranstaltung zur Fliegenplage ist wohl jedem klar, daß Er auf der Seite der potentiellen Verursacher der Plage steht. Sogar das Gutachten, das die Hauptschuld auf die Bürger legt, wurde durch Ihn über die Gemeinde mitfinanziert.

Florian Neumann, der Kandidat der SPD, kann ohne Mehrheit im Gemeinderat nicht genug bewegen. Ihn würde ich als Ortsfremden nicht wählen und seine Themen sind mir zu allgemein oder gehen nicht weit genug.

Herr Fetzberger von den Freien Wählern als gemeinsamer Kandidat von FWG und CDU ist für mich als Wähler ebenfalls kein geeigneter Kandidat. Während Gemeinderatsmitglieder von SPD und CDU in der Petition zur Fliegenplage Stellung genommen haben, fehlen diese Stellungnahmen von den Freien Wählern im Allgemeinen und von Herrn Fetzberger im Besonderen. Auch frage ich mich, warum die Punkte aus seinem „Umsetzungskatalog“ wie bürgernahe und serviceorientierte Verwaltung und Maßnahmen gegen die Fliegenplage nicht längst umgesetzt wurden. Zusammen mit der CDU haben die Freien Wähler schon seit Jahren die Mehrheit im Gemeinderat.

(Meine Stimme Herr Marx, als Kandidat der AfD zu geben, kommt überhaupt nicht in Frage! Solange diese Partei rechtsradikale und populistische Mitglieder in der Parteiführung duldet, ist die AfD keine Alternative).

Mit dieser Erkenntnis habe Ich mich dazu entschlossen, selbst diese Kandidatur anzutreten.

Ich möchte versuchen, diesen Wandel des Politikstils wenigstens in Gründau durchzusetzen. Das ist meine Motivation!

Mitbestimmen statt verwaltet werden!